Ein Gang, ein reduzierter Look und wenig Technik: Singlespeed und Fixie wirken auf den ersten Blick fast identisch. Trotzdem gibt es einen entscheidenden Unterschied. Bei einem Singlespeed kannst du aufhören zu treten und weiterrollen. Bei einem Fixie drehen sich die Pedale immer mit.
Was das für dein Fahrgefühl bedeutet, wie eine Flip-Flop-Nabe funktioniert und welche Variante besser zu deinem Alltag passt, erklären wir dir hier.
Was ist ein Singlespeed?
Ein Singlespeed ist ein Fahrrad mit genau einem Gang. Es besitzt keine Gangschaltung, keinen Schalthebel und kein Schaltwerk. Dadurch ist der Aufbau besonders reduziert und unkompliziert.
Das Hinterrad verfügt über einen Freilauf. Sobald du aufhörst zu treten, bleiben die Pedale stehen, während das Fahrrad weiterrollt. Du kannst dich also nach einer Beschleunigung ausrollen lassen oder bei einer Abfahrt die Beine stillhalten.
Das Fahrgefühl bleibt vertraut. Nur die Gangschaltung fällt weg.
Typische Merkmale eines Singlespeeds
- ein fester Gang
- Freilauf am Hinterrad
- keine Gangschaltung
- reduzierter und leichter Aufbau
- weniger wartungsintensive Komponenten
- direktes Fahrgefühl
Damit eignet sich ein Singlespeed besonders gut für den urbanen Alltag, tägliche Wege und Strecken mit überschaubaren Steigungen.
Was ist ein Fixie?
Fixie ist die Kurzform für „Fixed Gear“. Anders als beim Singlespeed besitzt ein Fixie keinen Freilauf. Das hintere Ritzel ist starr mit der Hinterradnabe verbunden.
Solange sich das Hinterrad dreht, bewegen sich deshalb auch die Kurbel und die Pedale. Du trittst permanent mit – beim Beschleunigen, beim Rollen und bergab.
Über die Pedale kannst du direkten Einfluss auf die Bewegung des Hinterrads nehmen. Mit Gegendruck lässt sich das Fahrrad kontrollieren und verzögern. Das erfordert Übung und fühlt sich deutlich anders an als ein klassisches Fahrrad mit Freilauf.
Typische Merkmale eines Fixies
- ein fester Gang
- kein Freilauf
- starre Verbindung zwischen Ritzel und Hinterrad
- Pedale drehen sich permanent mit
- sehr direktes Fahrgefühl
- mehr Kontrolle über das Hinterrad
Singlespeed und Fixie im direkten Vergleich
| Merkmal | Singlespeed | Fixie |
|---|---|---|
| Anzahl der Gänge | Ein Gang | Ein Gang |
| Freilauf | Ja | Nein |
| Rollen ohne zu treten | Möglich | Nicht möglich |
| Fahrgefühl | Unkompliziert und vertraut | Direkt und intensiv |
| Einstieg | Einfach | Braucht Eingewöhnung |
| Alltag | Sehr unkompliziert | Für erfahrene Fahrer:innen |
Wie funktioniert eine Flip-Flop-Nabe?
Mit einer Flip-Flop-Nabe musst du dich nicht dauerhaft zwischen Singlespeed und Fixie entscheiden. Die Hinterradnabe besitzt auf beiden Seiten eine Aufnahme für ein Ritzel.
Auf einer Seite befindet sich der Freilauf für den Singlespeed-Betrieb. Auf der anderen Seite sitzt das starre Ritzel für den Fixed-Gear-Betrieb.
Um zwischen beiden Varianten zu wechseln, wird das Hinterrad ausgebaut, gedreht und wieder eingesetzt. Daher kommt der Name Flip-Flop-Nabe.
- Hinterrad lösen und ausbauen.
- Hinterrad umdrehen.
- Kette auf das andere Ritzel legen.
- Hinterrad einsetzen und ausrichten.
- Kettenspannung und Befestigung kontrollieren.
Das bonvelo BLIZZ ist serienmäßig als Singlespeed aufgebaut. Dank seiner Flip-Flop-Nabe kannst du das Hinterrad aber drehen und das Bike auch mit starrem Gang fahren.
Was fährt sich leichter?
Für die meisten Fahrer:innen ist ein Singlespeed einfacher. Du kannst wie bei einem klassischen Fahrrad beschleunigen, rollen und die Pedale in Kurven passend positionieren.
Beim Fixie bleiben deine Beine permanent in Bewegung. Auch bei höherer Geschwindigkeit oder auf einer Abfahrt kannst du nicht einfach aufhören zu treten. Zusätzlich musst du darauf achten, dass ein Pedal in engen Kurven nicht den Boden berührt.
Das macht das Fixie-Fahren nicht automatisch besser oder schlechter. Es ist einfach eine andere Art, Fahrrad zu fahren.
Welche Variante passt zu dir?
Ein Singlespeed passt zu dir, wenn du …
- ein unkompliziertes Fahrrad für den Alltag suchst,
- auf eine Gangschaltung verzichten möchtest,
- beim Fahren weiterhin rollen möchtest,
- wenig Wartungsaufwand bevorzugst,
- hauptsächlich in der Stadt unterwegs bist.
Ein Fixie passt zu dir, wenn du …
- ein besonders direktes Fahrgefühl suchst,
- bereits Erfahrung mit einem starren Gang hast,
- die permanente Verbindung zum Hinterrad magst,
- bereit bist, dich an eine neue Fahrtechnik zu gewöhnen.
Du möchtest möglichst einfach aufsteigen und losfahren? Dann ist der Singlespeed-Aufbau meistens die passendere Wahl.
Ist ein Fixie in Deutschland erlaubt?
Ein Fahrrad muss für die Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr entsprechend der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung ausgestattet sein. Dazu gehören unter anderem zwei voneinander unabhängige Bremsen, eine geeignete Beleuchtung, Reflektoren und eine Klingel.
Der starre Antrieb eines Fixies ersetzt nicht automatisch die vorgeschriebenen Bremsen. Wer sein Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr nutzt, sollte daher auf eine vollständige und funktionierende Ausstattung achten.
Auch ein minimalistisches Bike braucht Sicherheit. Reduziert auf das, was zählt.
Warum haben Singlespeeds nur einen Gang?
In der Stadt brauchst du häufig keine große Auswahl an Übersetzungen. Ampeln, Kreuzungen und kurze Wege bestimmen den Rhythmus. Statt ständig zu schalten, fährst du einfach.
Der Verzicht auf die Gangschaltung sorgt außerdem für einen aufgeräumten Aufbau. Weniger Komponenten bedeuten weniger Teile, die eingestellt, gereinigt oder ausgetauscht werden müssen.
Das Ergebnis ist ein Fahrrad, das sich auf seine eigentliche Aufgabe konzentriert: dich von A nach B zu bringen.
Was ist bei Steigungen zu beachten?
Da ein Singlespeed und ein Fixie nur einen Gang besitzen, muss die Übersetzung einen Kompromiss bilden. Sie sollte leicht genug zum Anfahren und für moderate Steigungen sein, gleichzeitig aber auch auf flachen Strecken ein angenehmes Tempo ermöglichen.
Kurze Anstiege lassen sich mit der richtigen Übersetzung gut bewältigen. In sehr bergigen Regionen oder auf regelmäßig langen Anstiegen kann ein Fahrrad mit Gangschaltung jedoch praktischer sein.
Singlespeeds fühlen sich dort am wohlsten, wo die Wege direkt und das Gelände überwiegend flach bis leicht wellig ist.
Welches bonvelo passt zu dir?
Bei bonvelo findest du reduzierte Bikes für Stadt und Alltag. Ohne unnötige Komplexität. Ohne Ablenkung.
Das bonvelo BLIZZ kombiniert einen klassischen Stahlrahmen mit einem unkomplizierten Singlespeed-Aufbau. Die Flip-Flop-Nabe hält dir die Option offen, später auch Fixed Gear zu fahren.
Das bonvelo RAKEDE setzt auf einen leichten Aluminiumrahmen und ein direktes, agiles Fahrgefühl. Für alle, die urban unterwegs sind und es etwas sportlicher mögen.
Alle Modelle findest du in unserer Übersicht:
Du möchtest ein bonvelo vor Ort ausprobieren? Auf unserer Seite findest du eine Übersicht der bonvelo Stores und Möglichkeiten zur Probefahrt.
Fazit: Ein Gang, zwei Fahrgefühle
Singlespeed und Fixie verzichten beide auf eine Gangschaltung. Der entscheidende Unterschied liegt im Freilauf.
Beim Singlespeed kannst du aufhören zu treten und weiterrollen. Beim Fixie bleiben Pedale und Hinterrad fest miteinander verbunden. Das sorgt für ein besonders direktes Fahrgefühl, verlangt aber auch mehr Aufmerksamkeit und Erfahrung.
Für den unkomplizierten Einstieg und den täglichen Einsatz in der Stadt ist ein Singlespeed meist die zugänglichere Lösung. Mit einer Flip-Flop-Nabe kannst du trotzdem ausprobieren, wie sich ein starrer Gang anfühlt.
Weniger Technik. Mehr Fahren.
Häufige Fragen zu Singlespeed und Fixie
Ist jedes Singlespeed auch ein Fixie?
Nein. Ein Singlespeed besitzt einen Freilauf, ein Fixie einen starren Gang. Mit einer Flip-Flop-Nabe kann ein Fahrrad jedoch für beide Varianten vorbereitet sein.
Kann man mit einem Fixie rollen?
Du kannst das Fahrrad rollen lassen, aber die Pedale drehen sich dabei weiter. Deine Füße müssen der Bewegung der Kurbel folgen.
Kann man ein Singlespeed zum Fixie umbauen?
Das hängt von der verbauten Hinterradnabe ab. Bei einer Flip-Flop-Nabe kannst du durch das Drehen des Hinterrads zwischen Freilauf und starrem Ritzel wechseln.
Ist ein Singlespeed für Anfänger geeignet?
Ja. Das Fahrverhalten ähnelt einem klassischen Fahrrad. Der wichtigste Unterschied ist, dass dir nur eine Übersetzung zur Verfügung steht.
Braucht ein Fixie Bremsen?
Für den öffentlichen Straßenverkehr in Deutschland müssen Fahrräder zwei voneinander unabhängige Bremsen besitzen. Der starre Antrieb allein genügt dafür nicht.
Ist ein Singlespeed alltagstauglich?
Auf flachen bis leicht welligen Strecken ist ein Singlespeed sehr alltagstauglich. Der reduzierte Aufbau macht es besonders interessant für Stadtfahrten, den Arbeitsweg und tägliche Erledigungen.
Passende Schlösser, Schutzbleche und weiteres Zubehör für dein bonvelo findest du direkt im Shop.